Geht es nur mir so, oder war Speed Racer seiner Zeit voraus?

Im Sommer 2008 gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei Tentpole-Verfilmungen: Iron Man und Speed Racer, die beide unerwartet die heutige Kinolandschaft geprägt haben. Die Veröffentlichung eine Woche nach dem Debüt des MCU hat Speed Racer sicherlich keinen Gefallen getan; dennoch hat sich der letztere Film wohl als der vorausschauendere der beiden durchgesetzt.

Speed Racer verschwendet nur wenig Zeit damit, das Publikum in seine todesverachtenden Neon-Rennstrecken und seine rasante Erzählweise zu entführen. In der Tat warten die Wachowskis kaum, bis die Zielflagge des Vorspanns weht, bevor sie ihre kühne Absichtserklärung abgeben.

Das Eröffnungsrennen bringt die Qualitäten des Films auf den Punkt: schillernde Farben, dynamische Kompositionen und ein unverhohlenes Melodrama (Speed Racers Wunsch, dem Vermächtnis seines verstorbenen Bruders gerecht zu werden, sorgt für die emotionale Komponente).

In einer Zeit, in der sich die modernen Blockbuster von gemeinsamen Universen zu Multiversen ausweiten, bleibt Speed Racer ein großartiges Beispiel dafür, wie man Inspirationen aus verschiedenen Medien integrieren kann, ohne die Kohärenz zu verlieren. Tatsuo Yoshidas Original-Manga (und der darauf folgende Anime) ist der Haupteinfluss, aber die Wachowskis haben auch den Adrenalinrausch von F-Zero, die lebendige Choreographie von Dragon Ball und den ansteckenden Enthusiasmus der eSports-Berichterstattung aufgegriffen.

Ich sollte auch den Elefanten (oder eher den Schimpansen) im Raum ansprechen: die alles verzehrenden visuellen Effekte. Speed Racer vermeidet es, sich auf konventionell glatte CGI zu stützen; seine hyperrealen digitalen Umgebungen haben einen Hauch von LazyTown, eine Ästhetik, die die heutigen Volume-Shot-Produktionen auf unheimliche Weise vorwegnimmt.

Während sich die Technologie seit 2008 unbestreitbar weiterentwickelt hat, schwächeln diese modernen Filme/Shows oft in einem wichtigen Bereich: der Klarheit des Ausdrucks. Speed Racer triumphiert mit seiner Kunstfertigkeit, indem er ein Gefühl der Fortbewegung heraufbeschwört, das in seinen Nachfolgern aus dem Unheimlichen Tal nicht vorhanden ist.

Die Filmographie der Wachowskis ist voll von prophetischen Werken. Rote/blaue Pillen und Simulationsstörungen sind heute Teil der Online-Sprache. Und doch, so sehr es sich auch anfühlt, als lebten wir jetzt in der Matrix, so sehr holen wir die Entwicklung von Speed Racer immer noch ein… oder geht das nur mir so?

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